Psychologische Faktoren in der Krise

Menschen, die persönlich oder beruflich kritische Situationen durchzustehen haben, meistern diese sehr unterschiedlich. Selbst erfahrene Topmanager versagen in der Krise, weil sie der Mehrfachbelastung aus Tagesgeschäft - Krisenbewältigung - Medien - Mitarbeiter - Shareholder - persönliche Angriffe - udgl mehr nicht standzuhalten vermögen.

 

Grundsätzlich gilt es, alle Erfahrungen die für extreme Stress- Situationen gelten, zu beachten.

 
Die Theorie des 10 - 80 - 10 (nach Ben Sherwood - Wer überlebt?):

In einem Notfall / Krisenfall lassen sich die Menschen in drei Gruppen unterscheiden.

 

  • Ungefähr 10% aller Menschen reagieren in einer kritischen Situation relativ ruhig und rational. Unter Druck werden sie stärker. Sie schätzen Situationen klar ein und treffen konzentriert präzise Entscheidungen, setzen Prioritäten (das Wichtige vor dem Richtigen!), entwickeln Pläne und handeln angemessen. Sie lassen sich von der Situation nicht überwältigen. Psychologen bezeichnen dieses Verhalten als "Splitting" und symptomatisch für Menschen, die auch bei großem Stress Gelassenheit bewahren.
    Fazit: Dieser Typus stellt den idealen Krisenmanager.

 

  • Ungefähr 80% sind in der Krise einfach fassungslos und verwirrt. Die Fähigkeit zu vernünftigem Handeln ist eingeschränkt, das klare Denken fällt schwer. Reaktionen erfolgen eher reflexartig, automatisch oder mechanisch. Unter extremem Druck fühlen sie sich lethargisch, benommen und behalten das gewohnte Handeln bei. Schwitzen, Übelkeit, Herzklopfen sind typische Zeichen. Die Wahrnehmung ist eingeengt ("Tunnelblick"). Die Wahrnehmung für die Vorgänge rundherum ist eingeschränkt, die Menschen erstarren.
    Von Bedeutung ist nur die Frage, wie lange dieser Zustand der Erstarrung anhält und ob überhaupt der Schock (rechtzeitig) abgeschüttelt werden kann.
    Fazit: Da dies die größte Gruppe ist, kann man diese Menschen nicht vom Krisenmanagement fernhalten. Vielmehr verlieren sie die Blockade durch gewissenhafte Vorbereitung auf Risiken, die u. U. als Krisen zu bewältigen sein werden. Regelmäßige Trainings und Übungen geben Vertrauen in die Bewältigbarkeit von Krisen.

 

  • Ungefähr 10% tun einfach das Falsche. Das Verhalten ist unangemessen, kontraproduktiv, kopflos. Man verliert die Kontrolle über sich selbst, rastet aus. Diese Hysteriker haben die schlechtesten Karten für eine erfolgreiche Bewältigung eines Not- oder Krisenfalls.
    Fazit: Als Krisenmanager sind diese Manager ungeeignet.

 

Im Fall aktiver Krisenarbeit:
  • Versuchen Sie alle Methoden zum Stressabbau. Legen Sie sich Entspannungstechniken zurecht.
  • Denken Sie an richtige, gesunde, leichte Ernährung. Der Krisenstab soll stetig mit Obst und Säften versorgt sein. Kaffee eher vermeiden (führt zu raschem Leistungsabfall), Tee ist ideal.
  • Auch Schlaf muss sein

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