Früherkennung, Krisenmerkmale, Krisenverlauf

In der Betrachtung betriebswirtschaftlich kritischer Situationen müssen wir feststellen, dass in aller Regel die Früherkennungsmerkmale nicht wahrgenommen oder „einfach“ ignoriert worden sind:

 

  • Kundenreklamationen nehmen zu
  • Gerüchte kursieren
  • Krankenstände steigen
  • Fluktuation nimmt zu
  • Umsatz stagniert oder sinkt
  • Kosten steigen
  • Lieferanten mahnen und ändern die Zahlungsbedingungen
  • Banken „laden zum Gespräch“
  • Finanzierungskosten steigen
  • Eigenkapital sinkt als Folge von Verlusten
  • Werbeausgaben und Investitionen werden „verschoben“
  • Lagerbestände steigen
  • Zahlungsmoral der Kunden lässt zu Wünschen übrig
  • … und viele andere!
     

In der zeitlichen Abfolge unterscheidet die betriebswirtschaftliche Literatur drei Krisenarten:
 

Strategische Krise:

Problem:

Das Angebot, das Preis/Leistungsverhältnis wird vom Markt nicht mehr ausreichend angenommen. Anpassungen an den Markt sind nicht zeitgerecht und nicht ausreichend erfolgt.

 

Lösung:

Das Unternehmenskonzept muss überarbeitet werden:

 

  • Trennung von Verlustbringern (Märkte, Produkte, Kunden)
  • Verbesserung des Angebots, Forschung & Entwicklung
  • Strategische Allianzen, Kooperationen, Zukäufe
  • Aufgabe des Unternehmens durch Verkauf, Stilllegung oder Insolvenz

 

Erfolgskrise:

Problem:

Die Ziele bei Umsatz, Cash Flow, Deckungsbeiträgen, Liquidität und anderen Kennzahlen wurden nicht erreicht, Gesellschafter machen Druck.

 

Lösung:
  • Strategische Positionierung überprüfen und ggf. ändern
  • Umsatzwirksame Maßnahmen
  • Kostensenkende Maßnahmen
  • Veränderungen im Management
  • Prüfung auf Unternehmenskriminalität

 

Liquiditätskrise:

Problem:

Die liquiden Mittel reichen nicht mehr, Banken werden nervös; das Ende steht bevor!

 

Lösung:
  • Kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität (Assetverkauf, Umfinanzierung, Eigenkapital verbessern
  • Maßnahmen aus Strategischer Krise und Erfolgskrise umsetzen!

 

Insolvenz:
 

Problem:

Das Unternehmen steht vor dem AUS, Haftungen werden schlagend, Verlust von Ansehen und Beziehungen, persönliches Leid u.v.a.m. Wir glauben zwar, dass in unserem Kulturkreis die persönlichen Folgen aus einer Insolvenz gesellschaftlich und beruflich überbewertet werden, jedoch wird ein Paradigmenwechsel in diesem Bereich nur sehr langsam stattfinden.

 

Lösung:
Sanierungskonzept erarbeiten, Ausgleich bzw. Zwangsausgleich anstreben
  • das Unternehmen teilweise oder ganz abtreten
  • Liquidation


 

 

Die Krisenintensität nimmt im Verlauf ohne geeignete Gegenmaßnahmen stetig zu
und führt schließlich zu Aufgabe, Verkauf oder Insolvenz.
 

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